Die Mumin-Becher von Arabia: Kleine Geschichten voller Lebensfreude
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„Ooh, die Mumins – wie süß!“ Diesen Satz habe ich in meinem früheren Laden in Paderborn unzählige Male gehört. Meist kam er von Frauen um die fünfzig oder sechzig, die die Mumins als Kinder im Fernsehen kennengelernt hatten und plötzlich vor einem Regal voller Mumin-Becher standen. Selten habe ich so emotionale Reaktionen auf ein Produkt erlebt.
Auch meine Eltern haben die Mumins erst in meinem Laden kennengelernt – und die Mumin-Becher wurden ihre Lieblingskaffeebecher. In diesem Beitrag erzähle ich, was diese Becher so besonders macht: die kleinen Geschichten, die sie erzählen, und die Lebensfreude, die von ihnen ausgeht.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Jeder Becher erzählt eine Geschichte: Die Motive zeigen Szenen aus den Büchern und Comics von Tove Jansson.
- Immer wieder Neues: Jedes Jahr kommen neue Szenen dazu – im Frühjahr, im Sommer und zu Weihnachten.
- Seit 1990: Damals kamen die ersten vier Becher in den Handel – heute sind es über 150 verschiedene.
- Der Klassiker: Die Love-Tasse von 1996 wird bis heute produziert – 2026 wird sie 30.
- Kult: In Finnland hat jede Mutter den Becher von Muminmama und jeder Vater den von Muminpapa.
Jeder Becher erzählt eine Geschichte
Das Schöne an den Mumin-Bechern ist, dass sie nicht einfach nur Figuren zeigen. Jeder Becher hält einen Moment aus dem Mumintal fest – eine Szene aus den Büchern und Comics von Tove Jansson. Wer einen Mumin-Becher in der Hand hält, hält ein kleines Stück Geschichte in der Hand.
Der Becher Familienzeit zum Beispiel zeigt die Mumin-Familie, wie sie sich vor dem Muminhaus wiedersieht – das Motiv stammt aus einem Comic von 1955. Die festliche Serie Gift of Love erzählt aus dem Comic „Moomin and the Golden Tail“ von 1958. Und die Love-Tasse zeigt Mumintroll und Snorkfräulein – seit 30 Jahren eine der beliebtesten Szenen überhaupt.
Jede Figur hat dabei ihren eigenen Charakter: die fürsorgliche Muminmama mit ihrer Handtasche, der abenteuerlustige Muminpapa, die freche Kleine My, Snorkfräulein mit ihrem Sinn für Romantik und Schnupferich, der freiheitsliebende Wanderer mit seiner Mundharmonika. Viele finden in einer dieser Figuren ein Stück von sich selbst wieder – und genau deshalb hat fast jeder seinen persönlichen Lieblingsbecher.
Warum die Mumins glücklich machen
Die Mumins leben irgendwo in Finnland im Mumintal – wo genau, weiß niemand. Und vielleicht ist genau das ihr Geheimnis: Das Mumintal ist ein Ort, an dem jeder willkommen ist, an dem man anders sein darf und an dem Freundschaft, Familie und die Natur im Mittelpunkt stehen. Die Figuren sind durch und durch positiv und strahlen Lebensfreude aus.
Das spürt man auch beim Kaffee am Morgen. Ein Mumin-Becher bringt ein Lächeln an den Frühstückstisch – bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen, die mit den Mumins aufgewachsen sind.
Eine kurze Geschichte der Mumin-Becher
Arabia und Tove Jansson haben schon in den 1950er-Jahren zusammengearbeitet. Damals gab es bereits Geschirr mit Mumin-Motiven, doch die Zusammenarbeit schlief wieder ein. Das große Comeback kam 1990: Im Herbst kamen die ersten vier Becher in Grün, Blau, Rosa und Gelb in den Handel – zuerst in Schweden, in Finnland erst kurz vor Weihnachten.
Die Form stammt aus der Geschirrserie Teema von Kaj Franck, einst eine Arabia-Serie, heute unter dem Dach von Iittala. Gezeichnet hat die Motive über drei Jahrzehnte lang Tove Slotte, bis sie 2022 in den Ruhestand ging. Inzwischen sind mehr als 150 verschiedene Mumin-Becher erschienen.
Arabia ist heute eine Marke von Fiskars, die Rechte an den Mumins liegen bei Moomin Characters, dem Familienunternehmen rund um Sophia Jansson, Tove Janssons Nichte. Seit Fiskars und Moomin Characters 2021 eine engere Partnerschaft eingegangen sind, wächst die Kollektion spürbar: Es gibt eine größere Weihnachtskollektion, und im Lauf des Jahres erscheinen immer wieder besondere Szenen.
Jedes Jahr neue Szenen
In Skandinavien hat es Tradition, jedes Jahr etwas Neues auf den Tisch oder an den Baum zu bringen – in Dänemark zum Beispiel die Weihnachtsteller von Bing & Grøndahl, die es seit 1895 gibt. Bei den Mumins ist es ähnlich, nur fröhlicher: Jedes Jahr kommen neue Szenen aus dem Mumintal dazu.
Zu Weihnachten gibt es eine eigene Kollektion und die Weihnachtsbaumkugel mit Jahreszahl. Und manchmal gibt es besondere Anlässe: 2025 feierte die Mumin-Welt ihren 80. Geburtstag – die erste Geschichte von Tove Jansson erschien 1945 –, und 2026 steht ganz im Zeichen der Liebe, weil die Love-Tasse 30 wird. Mehr über die Weihnachtsszenen liest du in meinem Beitrag Weihnachten im Mumintal.
Mumin-Fieber in Finnland
In Finnland sind die Mumins Kult. Man sagt dort: Jede Mutter hat den Becher von Muminmama und jeder Vater den von Muminpapa. Es gibt sogar einen Jahresbecher, den es nur in Finnland gibt und der nur kurz erhältlich ist. Deutschfinnen haben mir erzählt, dass er oft schon nach einem Tag ausverkauft ist.
Iittala hat in Finnland viele eigene Geschäfte, und neue Serien werden dort ganz anders beworben als bei uns. Als das Geschirr Taika herauskam, gab es Werbung im Fernsehen, im Radio und an Hauswänden. Das hat einen einfachen Grund: Finnland ist ein kleiner Markt. Wenn er der Hauptmarkt ist, müssen die Mengen eben dort unter die Leute. Kult sind die Mumins aber längst nicht nur in Skandinavien, sondern auch in Japan.
Die Mumins in Deutschland
Bei uns gab es lange nur eine eingeschworene Fangemeinde. Mumin-Becher von Arabia habe ich schon in meinem Laden in Paderborn verkauft, den ich bis 2010 hatte, und danach viele Jahre in meinem früheren Onlineshop scandinavian-lifestyle. Inzwischen werden die Mumins auch hier immer bekannter: Moomin by Arabia wird gezielt auch außerhalb Skandinaviens aufgebaut, und vor einiger Zeit kam der Fiskars-Vertrieb auf mich zu und fragte, ob ich die Kollektion wieder führen möchte. 2026 widmet das Literaturhaus München den Mumins sogar eine eigene Familienausstellung.
Dazu trägt bei, dass die Mumin-Welt mit vielen Partnern lebendig wird. Allein bei mir findest du neben Moomin by Arabia auch Mumins von Muurla, Klippan und Dsignhouse.
Neues aus dem Mumintal bei Nordlichttraum
Die neuesten Szenen findest du bei den Mumin Neuheiten, Festliches bei Mumin Weihnachten und die ganze Mumin-Welt in der Kategorie Mumins. Wie Tove Jansson ihre Figuren erfunden hat, erzähle ich in meinem Beitrag Die Mumins: Wie eine kleine Trollfamilie aus Finnland die Welt eroberte. Und warum die Becher so robust sind, liest du in meinem Ratgeber Porzellan ist nicht gleich Porzellan.
Häufig gestellte Fragen
Woher stammen die Motive auf den Mumin-Bechern? Aus den Büchern und Comics von Tove Jansson. Jeder Becher zeigt eine Szene aus dem Mumintal.
Seit wann gibt es die Mumin-Becher von Arabia? Die heutigen Becher gibt es seit 1990. Zusammengearbeitet haben Arabia und Tove Jansson aber schon in den 1950er-Jahren.
Welcher Mumin-Becher ist der älteste, der noch produziert wird? Die Love-Tasse von 1996. 2026 feiert sie ihren 30. Geburtstag.
Dürfen Mumin-Becher in die Spülmaschine und die Mikrowelle? Ja. Sie sind aus Vitroporzellan, die Motive sind eingebrannt und enthalten keine Metalle.
Fazit
Die Mumin-Becher von Arabia sind mehr als Geschirr. Jeder erzählt eine kleine Geschichte aus dem Mumintal, jedes Jahr kommen neue dazu – und alle haben etwas gemeinsam: Sie vermitteln Lebensfreude. Das habe ich in meinem Laden in Paderborn gespürt, bei meinen Eltern – und spüre es bis heute.
Über den Autor: Andreas Walther ist Diplom-Ingenieur für Glastechnik und Keramik und seit über 25 Jahren mit skandinavischen Herstellern verbunden. Bei Nordlichttraum wählt er jedes Produkt persönlich aus.