Über mich – und die Träume hinter Nordlichttraum
Manche Erinnerungen begleiten uns ein Leben lang.
Wenn ich an Skandinavien denke, sehe ich nicht zuerst Möbel, Geschirr oder Wohnaccessoires.
Ich denke an die Sommer meiner Kindheit.
An Finnland. An den Pielinensee, dessen Wasser sich zwischen Wäldern und Hügeln bis zum Horizont auszudehnen schien. An die Stille dieser Landschaft, die kleinen Orte und die unendliche Weite der Natur.
Mehrmals verbrachten wir dort unsere Ferien. Unser Ferienhaus war einfach, aber es hatte alles, was wir brauchten. In der Mitte der Anlage gab es ein Restaurant, ringsherum Wälder, Seen und Straßen, die oft noch nicht asphaltiert waren.

Ich erinnere mich an das Pilzesammeln, an die Berge im Koli-Gebiet und an die kleinen Dorfläden, in denen es eine erstaunliche Auswahl an Angeln, Angelzubehör und Messern gab.
Die Menschen lebten mit ihrer Natur. Ohne viel Aufhebens darum zu machen.
Diese Landschaft war so anders als das Eggegebirge meiner Heimat. Weiter, stiller, ursprünglicher.

Und dann Dänemark.
Die endlos breiten Strände im Norden des Landes. Das besondere Licht, die Weite des Himmels und der Wind, der eigentlich immer wehte. Man suchte sich ein geschütztes Plätzchen am Strand, während draußen die Nordseeluft um die Ohren pfiff.

Ich erinnere mich an kleine Geschäfte, an Fisch und Käse, an die ungewohnten dänischen Spezialitäten.
Und natürlich an das Eis.
Es schmeckte dort irgendwie süßer als zu Hause. Mein Vater spendierte uns jeden Abend eines.

Eine kleine Erinnerung, die mir bis heute ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Vielleicht begann meine Liebe zu Skandinavien genau dort.
Nicht auf einer Designmesse und nicht in einem Geschäft.
Sondern mit dem Gefühl, an einem besonderen Ort zu sein, an dem das Leben ein wenig einfacher und unbeschwerter erscheint.
Die Liebe zu schönen Dingen lag bei uns in der Familie
Auch zu Hause war Skandinavien nie weit entfernt.
Mein Vater war Unternehmer und Gestalter. Er bewunderte skandinavisches Design, und unsere Einrichtung war von dieser klaren, zeitlosen Formensprache geprägt.
Meine Familie war über sechs Generationen in der Glasherstellung tätig. Schöne Dinge, Materialien und die Frage, was eine gute Gestaltung ausmacht, gehörten deshalb ganz selbstverständlich zu meinem Leben.
Mein Vater hatte ein besonderes Gespür für Formen und Proportionen. Er wusste, dass ein Gegenstand nicht durch möglichst viel Dekoration schön wird, sondern dadurch, dass seine Gestaltung in sich stimmig ist.
Dieses Gefühl hat mich geprägt.
Vielleicht kann man es gar nicht immer erklären, warum einem ein bestimmtes Produkt sofort gefällt. Man sieht es an, nimmt es in die Hand und spürt: Hier passt einfach alles zusammen.
Es gibt Dinge, die begleiten uns viele Jahre, ohne dass wir ihrer überdrüssig werden.
Und es gibt Dinge, die uns schon beim ersten Anblick ein Lächeln schenken.
Beides hat für mich seinen ganz eigenen Wert.
Einmal wie Pelle und Tjorven auf Saltkrokan frühstücken
Vor vielen Jahren habe ich einmal über ein Geschirr von Rörstrand geschrieben:
„Einmal wie Pelle und Tjorven auf Saltkrokan frühstücken.“
Vielleicht kennst Du die Geschichten von Astrid Lindgren.
Dann siehst Du jetzt womöglich ein kleines Sommerhaus in den schwedischen Schären vor Dir. Einen gedeckten Frühstückstisch, Kinder, die schon wieder etwas ausgeheckt haben, und das Wasser, das in der Morgensonne glitzert.
Ein Sommertag, an dem die Zeit keine große Rolle spielt.
Wer würde nicht manchmal gerne dort sitzen?
Vielleicht werden wir diesen Traum nie verwirklichen. Vielleicht haben wir weder ein Sommerhaus in den Schären noch die Gelegenheit, wochenlang an einem finnischen See zu leben.
Aber träumen dürfen wir davon.
Und manchmal reicht eine schöne Tasse auf dem Frühstückstisch, um uns für einen Augenblick an einen solchen Ort zu versetzen.
Ich glaube, dass schöne Dinge genau das können.
Sie erinnern uns an einen Urlaub, an einen geliebten Menschen oder an einen Moment, in dem wir einfach glücklich waren.
Und manchmal schenken sie uns einen kleinen Traum, den wir vorher noch gar nicht hatten.
Die Menschen hinter den schönen Dingen
1998 begann für mich mit Scandinavian-Lifestyle ein neues Kapitel. Aus meiner Begeisterung für skandinavische Gestaltung wurde ein Beruf, der mich über mehr als zwei Jahrzehnte begleiten sollte.
In dieser Zeit habe ich unzählige Produkte kennengelernt, Hersteller besucht und viele außergewöhnliche Menschen getroffen.
Menschen, deren Ideen, Begeisterung und Persönlichkeit in ihren Produkten weiterleben.
Ich denke beispielsweise an Ole Flensted, den ich in Frederiksminde auf der dänischen Insel Fünen besuchte.
In einer alten Schule entstehen dort jene wunderbaren Mobiles, die sich schon beim leisesten Luftzug in Bewegung setzen. Sie wirken so leicht und selbstverständlich, als könnten sie gar nicht anders aussehen.
Doch hinter dieser Leichtigkeit stecken viel Erfahrung, ein besonderes Gefühl für Balance und große gestalterische Sorgfalt.
Oder Bo Bendixen, dessen unverwechselbare Zeichnungen mich seit vielen Jahren begleiten. Seine Motive besitzen Humor, Lebensfreude und eine ganz eigene Handschrift.
Auch meine Begegnungen mit Helena Nobel, der Gründerin von Wildlife Garden, sind mir in Erinnerung geblieben. Bei einem Besuch in Schweden erlebte ich, mit welcher Aufmerksamkeit sie ihre Umgebung und die Menschen beobachtete.
Solche Begegnungen haben mir immer wieder gezeigt, dass hinter besonders schönen Produkten oft Menschen stehen, die ihre eigene Vorstellung von der Welt haben.
Manchmal erkennt man diese Persönlichkeit sofort in ihren Entwürfen.
Ein kleiner handgeschnitzter Vogel, ein liebevoll gestalteter Wichtel oder ein Mobile, das scheinbar schwerelos im Raum schwebt – jedes auf seine Weise kann eine kleine Geschichte erzählen.
Und genau diese Geschichten interessieren mich.
Fünfzehn Minuten Urlaub vom Alltag
In meinem früheren Geschäft habe ich meinen Verkäuferinnen einmal gesagt:
„Wenn wir es schaffen, dass unsere Besucher bei uns fünfzehn Minuten Urlaub vom Alltag machen, dann haben wir schon viel erreicht.“
Ich wollte, dass Menschen gerne zu uns kamen.
Dass sie sich zwischen schönen Dingen umsahen, etwas entdeckten, vielleicht lächelten und für einen kleinen Moment ihre Alltagssorgen vergaßen.
Natürlich freuten wir uns, wenn sie anschließend etwas kauften.
Aber zuerst musste dieses gute Gefühl entstehen.
Denn ich glaube, dass wir uns alle manchmal nach einer etwas einfacheren, freundlicheren Welt sehnen.
Nach einem kleinen Haus am See. Nach einem Sommermorgen in den Schären. Nach einem langen Spaziergang an einem fast menschenleeren Strand.
Nach dem Gefühl, dass man für einen Augenblick nirgendwo anders sein muss.
Mein Vater hatte dafür einen Satz, den ich nie vergessen habe:
„Heile Welt läuft immer.“
Je länger ich mich mit schönen Dingen beschäftige, desto besser verstehe ich, was er damit meinte.
Es geht nicht darum, dass das Leben immer unbeschwert wäre.
Aber gerade deshalb tun uns die kleinen Dinge gut, die Freude schenken.
Ein bisschen Farbe. Ein freundliches Gesicht. Eine schöne Erinnerung. Ein Gegenstand, den man ansieht und spontan denkt: Wie wunderbar!
Dieses Gefühl wollte ich nie verlieren.
Ein neuer Anfang – Nordlichttraum
Nach vielen Jahren im Handel kam für mich der Moment, noch einmal etwas Neues zu beginnen.
Ich hatte erlebt, wie sich Märkte und Hersteller veränderten. Wie aus kleinen Unternehmen große Marken wurden, wie manche ihren besonderen Charakter bewahrten und andere ihn mit den Jahren verloren.
Und ich hatte gelernt, dass nicht immer die bekanntesten Namen die schönsten Produkte machen.
Manchmal findet man die überzeugendsten Ideen bei kleinen Herstellern, deren Namen außerhalb Skandinaviens kaum jemand kennt.
Was mich aber immer noch genauso begeistern konnte wie früher, war dieser eine Augenblick:
Ich entdecke ein Produkt und denke sofort: Das ist es!
Vielleicht ist es eine Illustration, die eine kleine Geschichte erzählt. Eine ungewöhnlich schöne Form. Oder eine liebevolle Idee, bei der ich einfach schmunzeln muss.
Dieses Gefühl wollte ich wieder stärker in den Mittelpunkt stellen.
Und ich wollte mich von vielem verabschieden, das sich im Laufe eines langen Unternehmerlebens angesammelt hatte: von unnötig komplizierten Abläufen, von einem zu großen Sortiment und von Aufgaben, die mich von der eigentlichen Freude an meiner Arbeit entfernten.
Ich wollte wieder frei entscheiden können.
Nicht möglichst groß werden, sondern etwas Eigenes schaffen, das genau meinen Vorstellungen entspricht.
So entstand Nordlichttraum.
Ein kleiner, persönlich geführter Onlineshop mit einer sorgfältig zusammengestellten Kollektion und einer professionellen Versandlogistik.
Ich wähle die Produkte selbst aus. Dabei helfen mir meine jahrzehntelange Erfahrung im skandinavischen Fachhandel, meine Kenntnisse über Materialien und Herstellung und die persönlichen Beziehungen zu vielen Lieferanten.
Aber Erfahrung allein genügt mir nicht.
Ein Produkt muss mich auch berühren.
Es muss etwas besitzen, das über seinen praktischen Nutzen hinausgeht.
Einen eigenen Charakter. Eine besondere Ausstrahlung. Oder einfach die Fähigkeit, einem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Ein kleines Stück vom Traum des Nordens
Wenn ich heute durch die Kollektion von Nordlichttraum schaue, entdecke ich vieles von dem wieder, was mich schon als Kind begeistert hat.
Die Nähe zur Natur. Die Freude an einfachen, schönen Dingen. Die Liebe zu Geschichten, die uns für einen Augenblick in eine andere Welt entführen.
Ein Muminbecher erinnert vielleicht an die wunderbare Fantasiewelt von Tove Jansson.
Ein handgeschnitzter Vogel bringt ein kleines Stück Natur ins Zuhause.
Eine weiche Wolldecke lässt uns von einem gemütlichen Abend träumen, während draußen der Wind um das Haus weht.
Und ein Mobile kann uns dazu bringen, für einen Moment einfach still dazustehen und zuzusehen.
Natürlich kann keiner dieser Gegenstände einen Urlaub ersetzen.
Aber manchmal können sie etwas von dem Gefühl bewahren, das wir aus einem Urlaub mit nach Hause nehmen.
Die Ruhe eines finnischen Sees.
Das Licht an einem dänischen Strand.
Die Erinnerung an einen Sommer, der niemals zu Ende gehen sollte.
Oder an ein Eis, das der Vater einem jeden Abend spendierte.
Vielleicht ist das der schönste Gedanke hinter Nordlichttraum: Dass wir uns mit kleinen Dingen ein Stück unserer großen Träume nach Hause holen können.
Wenn Du beim Stöbern in meinem Shop für ein paar Minuten Deinen Alltag vergisst, etwas entdeckst, das Dich zum Lächeln bringt, oder Dich gedanklich an einen schönen Ort versetzen lässt, dann habe ich genau das erreicht, was ich mir wünsche.
Ich lade Dich herzlich ein, ein wenig vom Norden zu träumen.
Dein
Andreas Walther
Gründer von Nordlichttraum