Emaille: Warum Geschirr aus Glas und Stahl wieder im Trend liegt
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Emaille kennen viele noch von Oma: die Kanne auf dem Herd, der Becher beim Zelten. Lange wurde das Material von Kunststoff verdrängt – heute ist es wieder da, und das aus gutem Grund. Als Diplom-Ingenieur für Glastechnik und Keramik erkläre ich dir, was Emaille eigentlich ist, warum es so robust und lebensmittelfreundlich ist und worauf du im Alltag achten solltest.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Material: ein glasartiger, anorganischer Überzug auf einem Kern aus Stahl – bei Muurla Carbonstahl.
- Lebensmittelfreundlich: Emaille verhält sich neutral, auch gegenüber Säuren wie Zitronensaft oder Essig.
- Hitzebeständig: einsetzbar bis 400 °C – schnelle Temperaturwechsel von 100 bis 200 °C verträgt es aber nicht.
- Herd: für alle gängigen Herdarten geeignet, auch für Induktion – nicht für die Mikrowelle.
- Pflege: spülmaschinenfest, bei Muurla gilt das für alle Produkte – aber bitte keine Stahlwolle.
- Robust und leicht: ideal für Haushalt, Camping, Vanlife und Wandern.
Was ist Emaille?
Emaille ist ein anorganischer Überzug mit glasartigem Charakter, der fest mit einem Metallkern verbunden ist. Man kann es sich vorstellen wie eine dünne Glasschicht, die untrennbar auf dem Stahl sitzt. Vom Stahl bekommt das Geschirr seine Stabilität, von der Glasschicht seine glatte, dichte und hygienische Oberfläche.
Hergestellt wird Emaille, indem ein sogenannter Schlicker – eine Glasmasse in flüssiger Form – in mehreren Schichten auf den Stahl aufgetragen und bei 800 bis 850 °C eingebrannt wird. Dabei verschmilzt das Glas mit der Metalloberfläche.
Warum Carbonstahl?
Muurla verwendet als Basis Carbonstahl. Durch den hohen Kohlenstoffanteil leitet das Material Wärme relativ gut – und das ist beim Kochen wichtig: Die Hitze verteilt sich gleichmäßig im Topf oder in der Sauteuse.
Lebensmittelfreundlich: Emaille im Vergleich zu Kunststoff
Weil Emaille glasartig ist, verhält es sich gegenüber Lebensmitteln sehr neutral – auch bei Säuren wie Zitronensaft, Essig oder Tomaten. Bei Kunststoff ist das anders: Aus ihm können Stoffe in Lebensmittel übergehen. Das passiert zwar nur in Spuren im ppm-Bereich, aber Glas und damit auch Emaille geben solche Stoffe gar nicht erst ab.
Hitze, Herd und Temperaturwechsel
Emaille-Kochgeschirr eignet sich für alle gängigen Herdarten – auch für Induktion, denn der Stahlkern ist magnetisch. Es ist bis 400 °C einsetzbar, auch leer erhitzen ist möglich. Was Emaille dagegen nicht verträgt, sind schnelle Temperaturwechsel von 100 bis 200 °C. Den heißen Topf also nicht unter kaltes Wasser halten und nicht auf eine kalte, nasse Fläche stellen – sonst kann die Glasschicht Schaden nehmen.
In die Mikrowelle gehört Emaille nicht, denn der Metallkern verträgt sich nicht mit Mikrowellenstrahlung. Und ganz wichtig im Alltag: Emaille wird auf dem Herd heiß – auch an Griffen und Henkeln. Also Topflappen bereithalten.
Robust, leicht und wieder im Trend
Lange Zeit hat Kunststoff die Emaille aus Küche und Rucksack verdrängt. Heute kommt sie zurück – gerade wegen ihrer Robustheit. Emaille-Becher und -Schüsseln sind leicht, bruchfest und unkompliziert. Deshalb sind sie ideal für alle, die viel unterwegs sind: beim Wandern, Camping oder im Van.
Wer wie ich gern wandert oder am Strand unterwegs ist, weiß, wie schnell Glas oder Porzellan im Rucksack zu Bruch geht. Für unterwegs ist ein Emaille-Becher deshalb ideal: leicht, bruchfest und schnell sauber. Dazu passen die Vorratsdosen von Muurla – zum Beispiel die Campers-Dose mit Deckel für das Picknick bei der Wanderpause.
Was tun, wenn Emaille abplatzt?
Bekommt Emaille einen kräftigen Schlag ab, kann an der Stelle ein Stück der Glasschicht abplatzen. Passiert das außen, ist das nicht weiter tragisch. Und auch innen gilt: Solange die Stelle nicht rostet, kannst du das Geschirr weiter benutzen.
Pflege: Spülmaschine ja, Stahlwolle nein
Emaille ist pflegeleicht und spülmaschinenfest – bei Muurla gilt das für alle Produkte. Die glatte, glasartige Oberfläche nimmt keine Gerüche an und lässt sich leicht reinigen.
Auf Stahlwolle solltest du in jedem Fall verzichten – sie hinterlässt Kratzer. Emaille hat eine Härte von 5 bis 6 auf der Mohs-Skala und ist damit hart, aber nicht unverwüstlich. Auch mit Scheuermilch wäre ich vorsichtig: Die Schleifpartikel können die Oberfläche auf Dauer matt machen. Ein weicher Schwamm reicht in aller Regel völlig aus.
Emaille bei Nordlichttraum
Bei mir findest du Emaille von Muurla aus Finnland – mit Mumin- und Pippi-Motiven. Zum Kochen zum Beispiel den Bon-Appetit-Topf mit 2,5 Litern oder die Herz-Sauteuse, für unterwegs die Campers-Tasse und die passende Campers-Dose. Alle Dosen und Töpfe findest du unter Dosen & Kochtöpfe, Emaille mit Pippi-Motiven bei Pippi Langstrumpf.
Häufig gestellte Fragen
Ist Emaille spülmaschinenfest? Ja – bei Muurla gilt das für alle Produkte.
Funktioniert Emaille auf Induktion? Ja, und auf allen anderen gängigen Herdarten ebenso.
Darf Emaille in die Mikrowelle? Nein, wegen des Metallkerns.
Wie heiß darf Emaille werden? Bis 400 °C. Schnelle Temperaturwechsel von 100 bis 200 °C solltest du aber vermeiden.
Ist Emaille für saure Lebensmittel geeignet? Ja. Die glasartige Oberfläche reagiert nicht mit Säuren wie Zitronensaft oder Essig.
Kann ich Geschirr mit Abplatzer weiter benutzen? Ja, solange die Stelle nicht rostet.
Womit reinige ich Emaille? In der Spülmaschine oder mit einem weichen Schwamm. Stahlwolle hinterlässt Kratzer.
Fazit
Emaille verbindet das Beste aus zwei Werkstoffen: die Stabilität und Wärmeleitung von Stahl mit der dichten, neutralen Oberfläche von Glas. Leicht, robust, spülmaschinenfest und lebensmittelneutral – kein Wunder, dass das Material gerade ein Comeback erlebt.
Über den Autor: Andreas Walther ist Diplom-Ingenieur für Glastechnik und Keramik und seit über 25 Jahren mit skandinavischen Herstellern verbunden. Bei Nordlichttraum wählt er jedes Produkt persönlich aus.